Ein Kulturprodukt wird 40: Herzlichen Glückwunsch Walkman

In diesem Jahr 40 geworden: Ganz herzlich gratulieren möchten wir an dieser Stelle dem Walkman zu seinem runden Geburtstag. 1979 kam dieser, als ein tragbares, batteriebetriebenes Abspielgerät für Kassetten erstmals auf den Markt und erreichte innerhalb kürzester Zeit Kultstatus. Eng verbunden mit dem Walkman ist auch die Musik-Kassette, die ebenfalls Kultstatus genießt.

Beide bildeten über zwei Jahrzehnte ein unschlagbares Team und prägten vermutlich die Jugend aller, die irgendwann zwischen 1979 und 1999 Teenager waren und Musik hörten. Viele konnten sich zur damaligen Zeit ein Leben ohne Walkman und Kassetten gar nicht vorstellen. MP3-Player, iPods oder Musiktauschbörsen im Internet waren noch nicht erfunden. Die Cloud gab es nicht. So war vor CD-ROM, USB-Stick, SD-Karte und Flash-Festplatte die Kassette das dominierende Speichermedium für Musik. Dabei war das Speichern bzw. Überspielen von Musik auf Kassette furchtbar kompliziert und aufwändig.

Das begann schon bei der Datenmenge: So betrug das Fassungsvermögen einer herkömmlichen Kassette lediglich 60, 90 oder maximal 120 Minuten (+ meist ein paar Minuten Toleranz). Das entspricht ca. 18, 24 bzw. 30 Songs pro Kassette. Um Aufnahmen zu speichern mussten die Songs mühevoll zusammengetragen werden. Meist war es sinnvoll, sich vorab schon zu überlegen, was man auf der Kassette haben wollte. Die Übertragung auf das Magnetband der Kassette erfolgte dann in Echtzeit. Fehler in Anordnung oder Auswahl der Musikstücke führten dazu, dass die gesamte Arbeit nochmal gemacht werden musste – im schlimmsten Fall von Anfang an. Und mit jedem Speichervorgang oder einer weiteren Kopie, ging ein Stück Klang-Qualität verloren. Eine Kopie von einer Kopie war qualitativ schon ungenügend. So wurde mit dem Aufkommen von CD-Brennern ab Mitte der 90er die Kassette sukzessive von der CD und ab Ende der 90er von der MP3 verdrängt. 1998 gesellten sich die ersten tragbaren MP3-Player neben den Walkman in den Elektro-Fachgeschäften – und ab dann ging alles sehr schnell.

Die Tatsache, dass sich Kassette und PC nur schlecht miteinander kombinieren lassen, ist vermutlich ein entscheidender Grund, warum das einst so stolze und weit verbreitete Medium aus den Regalen sämtlicher Supermärkte und Elektrofachgeschäften fast gänzlich verschwunden ist. Nur noch Sony und Maxell stellen heute noch Kassetten her.

Heute speichern wir Musik fast nur noch digital. Kassetten (oder auch Schallplatten) sind etwas für Liebhaber geworden. Mehr Daten auf einem kleineren Medium, ein blitzschnelles Zusammenstellen von unterschiedlichen und beliebig vielen Playlists und keinerlei Qualitätsverlust beim Kopieren der Songs: Die Digitalisierung der Musik hat viele Vorteile.

Einziger Wermutstopfen: Anders als die Kassette können digitale Musik-Dateien mit einem Kopierschutz (DRM-Schutz) versehen werden. Besitzer eines Songs mit DRM-Schutz – selbst wenn Sie diesen legal bei z.B. iTunes oder musicload gekauft haben – sind dann nicht in der Lage, ihren Song auf ein weiteres Abspielgerät (MP3-Player, iPod, Smartphone etc.) zu kopieren. Eine sehr lästige Maßnahme der Musikindustrie. Doch auch das war für die meisten Nutzer kein Grund wieder auf Walkman und Kassette umzusteigen. Mit freeTunes beispielsweise, einer seit langem erfolgreichen Software, lässt sich dieser lästige DRM-Schutz völlig legal umgehen – und die Dateien werden auf Wunsch auch gleich in ein anderes Format (MP3, AAC, OGG, WMA oder WAV) umgewandelt – blitzschnell und mit wenigen Klicks. Nur wer seine Songs danach noch vom PC aus auf eine klassische Musik-Kassette für seinen Walkman bringen möchte – sei es aus Nostalgie oder anlässlich des 40sten Geburtstages – muss hierfür immer noch auf ein „Speicherverfahren“ zurückgreifen, das nach wie vor nur in Echtzeit funktioniert.