iPhone Duo: Apple faltet das iPhone

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Apple iPhone Duo mit 7,6-Zoll-Faltdisplay bei der Präsentation in Cupertino

Apple hat in Cupertino sein erstes faltbares iPhone vorgestellt. Das iPhone Duo kombiniert ein ungewöhnlich kompaktes Smartphone mit einem 7,6 Zoll großen Display für Apps, Fotos und Multitasking. Technisch ist Apple spät dran, hat sich für seinen Einstieg in die Foldable-Klasse aber einige interessante Lösungen einfallen lassen.

Apple hat sich Zeit gelassen. Während Samsung inzwischen mehrere Generationen faltbarer Smartphones auf den Markt gebracht hat, blieb das klassische iPhone seiner bekannten Bauform treu. Jetzt ändert sich das grundlegend.

Bei der Keynote in Cupertino präsentierte Apple mit dem iPhone Duo erstmals ein faltbares iPhone. Zusammengeklappt ist es ein vergleichsweise kleines Smartphone, aufgeklappt wächst die nutzbare Fläche fast auf das Format eines iPad mini.

Und genau darin liegt die eigentliche Idee des Duo: Es soll nicht einfach ein größeres iPhone sein, sondern je nach Situation zwei unterschiedliche Geräte ersetzen.

5,4 Zoll außen, 7,6 Zoll innen

Im geschlossenen Zustand steht ein 5,4 Zoll großes Außendisplay zur Verfügung. Das ist für heutige Verhältnisse erstaunlich kompakt und erinnert von der Größe eher an das frühere iPhone mini.

Klappt man das Duo auf, kommt ein 7,6 Zoll großes Innendisplay zum Vorschein. Damit entsteht deutlich mehr Platz für Webseiten, Fotos, Videos und vor allem für die gleichzeitige Arbeit mit mehreren Apps.

Das Gehäuse ist dabei erstaunlich dünn. Aufgeklappt misst das Duo lediglich 5,2 Millimeter.

Apple passt iOS an das faltbare Display an

Spannender als die reine Bildschirmgröße ist allerdings, was Apple mit der zusätzlichen Fläche macht.

Für das Duo wurde die Bedienung von iOS 27 an das neue Format angepasst. Elemente der Benutzeroberfläche wandern teilweise an den Rand des Displays, damit auf dem breiteren Bildschirm mehr Platz für Inhalte bleibt.

Auf dem großen Innendisplay können zwei Apps gleichzeitig angezeigt werden. Je nach Anwendung funktioniert das nebeneinander oder übereinander. Das Gerät lässt sich außerdem hochkant verwenden.

Damit nähert sich das Duo funktional einem kleinen Tablet an, ohne dass Apple daraus einfach ein iPad mit Telefonfunktion macht.

Entscheidend wird allerdings sein, wie schnell Entwickler ihre Apps an das ungewöhnliche Displayformat anpassen. Gerade hier dürfte sich zeigen, ob das große Display im Alltag wirklich einen Mehrwert bietet oder häufig nur eine größere Darstellung normaler iPhone Apps liefert.

Die Falz soll kaum noch auffallen

Eines der größten Probleme faltbarer Displays ist seit Jahren die sichtbare und teilweise fühlbare Falz in der Bildschirmmitte.

Apple versucht das auf mehreren Wegen zu lösen. Das Innendisplay besitzt eine reflexionsarme, matte Oberfläche. Dadurch soll die Falz insbesondere bei einfallendem Licht wesentlich weniger auffallen.

Zusätzlich stabilisieren Konstruktionselemente und Titanplatten das Display im geöffneten Zustand. Selbst beim Darüberstreichen soll der Übergang in der Mitte nur wenig zu spüren sein.

Bemerkenswert ist auch, dass Apple die Nutzung des Apple Pencil USB-C auf dem Display zulässt. Bei den vergleichsweise empfindlichen Oberflächen faltbarer Smartphones ist das keine Selbstverständlichkeit.

Touch ID kehrt zurück

Beim Entsperren gibt es dagegen eine kleine Überraschung.

Das iPhone Duo besitzt kein Face ID. Stattdessen setzt Apple auf Touch ID und damit wieder auf den Fingerabdruck.

Der Grund dürfte vor allem die extrem flache Konstruktion sein. Die für Face ID notwendige Sensorik benötigt zusätzlichen Platz, der beim Duo offenbar nicht zur Verfügung stand.

Auch an anderer Stelle hat Apple Platz gespart. Eine klassische SIM-Karte lässt sich nicht einsetzen. Das Duo arbeitet ausschließlich mit eSIM.

Zwei statt drei Kameras

Wer bei einem Preis von mehr als 2.000 Euro automatisch die beste iPhone Kamera erwartet, dürfte ebenfalls überrascht sein.

Auf der Rückseite befinden sich lediglich zwei Kameras: eine 48-Megapixel-Hauptkamera und eine 48-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera.

Eine eigene Telekamera fehlt. Zoomaufnahmen bis zum Faktor zwei werden über einen Ausschnitt des Hauptsensors realisiert.

Auch die variable Blende der neuen iPhone 18 Pro Modelle hat es nicht ins Duo geschafft.

Dafür gibt es gleich mehrere Möglichkeiten für Videotelefonie und Selfies. Neben der Kamera im Außendisplay befindet sich eine weitere Kamera unter dem großen Innendisplay. Dadurch bleibt die Displayfläche im aufgeklappten Zustand weitgehend ungestört.

A20 Pro und bis zu 24 Stunden Akkulaufzeit

Im Inneren arbeitet Apples neuer A20 Pro Chip. Hinzu kommt das neue C2 Mobilfunkmodem.

Apple gibt bei gemischter Nutzung der beiden Displays eine Akkulaufzeit von bis zu 24 Stunden an. Wie sich dieser Wert bei intensiver Nutzung des großen Innendisplays entwickelt, werden allerdings erst unabhängige Tests zeigen.

Gerade bei Foldables ist das interessant, denn große Displays und gleichzeitig sehr dünne Gehäuse sind keine ideale Kombination für möglichst große Akkus.

Ab 2.299 Euro

Billig wird Apples Einstieg in die Welt der Foldables erwartungsgemäß nicht.

In Deutschland startet das iPhone Duo mit 256 GB Speicher bei 2.299 Euro. Am anderen Ende der Modellpalette steht eine Variante mit 2 TB für 3.799 Euro.

Apple bietet das Duo zunächst in den Farben Sternenweiß und Nachthimmel an.

Vorbestellungen beginnen am 16. Oktober 2026, die Auslieferung beziehungsweise der reguläre Verkauf startet am 23. Oktober 2026.

Ein iPhone und ein kleines iPad in einem Gerät?

Technisch erfindet Apple das faltbare Smartphone nicht neu. Samsung und andere Hersteller haben viele der grundlegenden Ideen längst umgesetzt.

Interessanter ist deshalb, wie Apple das Konzept interpretiert.

Der kleine Außenbildschirm macht das Duo im geschlossenen Zustand ungewöhnlich kompakt. Aufgeklappt entsteht dagegen eine Arbeitsfläche, die sich deutlich von einem normalen Smartphone unterscheidet. Dazu kommt eine speziell angepasste Benutzeroberfläche.

Apple erkauft sich die dünne Konstruktion allerdings mit einigen Kompromissen. Kein Face ID, keine Telekamera und keine variable Blende sind bei einem Smartphone ab 2.299 Euro durchaus bemerkenswert.

Ob das iPhone Duo deshalb eine neue Geräteklasse innerhalb des Apple Ökosystems etabliert, dürfte weniger von den technischen Daten abhängen als von einer simplen Frage:

Ist das große Display im Alltag so nützlich, dass man danach nicht mehr zu einem normalen iPhone zurück möchte?

Genau das dürfte die spannendste Frage sein, sobald das iPhone Duo im Oktober tatsächlich in den Händen der ersten Käufer landet.