Fernwartungs-Software: Worauf Sie hier achten sollten

Sicher haben Sie dieses etwas andere Weihnachtszitat schon einmal gehört:

„Und es geschah zu jener Zeit des Jahres, als alle Töchter und Söhne an die Stätte ihrer Geburt zurückkehrten, um IT-Probleme der Eltern zu lösen.“

Vor allem für die jüngere Generation ist dies sicher eine bekannte Situation: Kaum hat man den IT-unerfahrenen Eltern oder Großeltern einen PC, einen MAC-Computer oder ein Smartphone mit Internetzugang geschenkt, sind Hilferufe vorprogrammiert. Ab dann ist täglicher IT-Support angesagt. Übers Telefon meist eine schwierige Aufgabe, persönlich möglicherweise ein Tagesausflug an einen anderen Ort. Doch zum Glück gibt es bewährte Fernwartungs-Software, mit der Sie diese Aufgaben ganz einfach meistern.

Fernwartungs-Software: Die Rettung bei vielen echten und unechten „PC-Problemen“

Fernwartungs-Software sind Programme, mit denen Sie von jedem Rechner aus online via Internet auf einen beliebigen anderen Computer zugreifen und diesen fernsteuern können. Man nennt diese Art des Zugriffes bzw. der Fernsteuerung auf einen entfernten Rechner auch remote (Zugriff). Fernwartungs-Tools werden demzufolge auch als Remote Desktop Anwendungen bzw. Remote Desktop Programme bezeichnet. 

Wenn die Mutter einmal wieder der Meinung ist, Sie hätte das Internet gelöscht, Papa sich irgendwo „aus Versehen“ angemeldet hat oder die Großeltern aus Furcht vor einem Update aus dem Internet den Computer nicht mehr anschalten, sind diese Tools die Rettung. Dann starten Sie einfach die entsprechende Fernwartungs-Software und lösen sämtliche IT-Probleme von Ihrem eigenen PC oder Smartphone.

Die drei wichtigsten Anforderungen an Fernwartungs-Programme

Fernwartungs-Programme / Remote Desktop Anwendungen bestehen aus zwei Teilen:

  • Einem Client (auch Viewer genannt) der sich auf dem PC des Helfenden befindet
  • und dem Host, der auf dem PC des Hilfesuchenden sprich des Nutzes installiert wird.

Programme und Tools gibt es viele. Manche trennen Host und Client und man muss dann unterschiedliche Software installieren. Es gibt aber auch Programme und Tools – TeamViewer beispielsweise – die im Standard in beide Richtungen genutzt werden können.

Im Folgenden stellen wir Ihnen drei Anforderungen vor, die gute Fernwartungs-Software / Remote Desktop Programme erfüllen sollte.

Anforderung Nr. 1 an Fernwartungs-Software: einfache Bedienung

Der Verbindungsaufbau bei einer Fernwartung bzw. einer remote Verbindung sollte möglichst schnell und vor allem einfach möglich sein. Hierbei werden zwei Verbindungstypen unterschieden: Ad-hoc-Verbindungen und Permanent-Verbindungen.

Ad-hoc-Verbindung:

Bei einer Ad-hoc Verbindung muss der Hilfesuchende aktiv am Zustandekommen der Verbindung mitarbeiten – was ein grundlegendes Verständnis für Fernwartung und IT voraussetzt. Der Hilfesuchende muss die Fernwartungs-Software öffnen (ggfs. davor noch herunterladen oder installieren) und dem Helfenden eine Zugangsnummer übermitteln – z.B. per Telefon oder Chat. Der Helfende nutzt diese Zugangsnummer, um sich mit dem Fernwartungs-Programm mit dem PC des Betroffenen zu verbinden. In der Regel muss diese Verbindung dann noch vom Hilfesuchenden bestätigt bzw. freigegeben werden.

Permanente Verbindung:

Bei einer permanenten Verbindung wird die Fernwartungs-Software am zu wartenden PC fest eingerichtet. Diese befindet sich dann im Autostart und wird zusammen mit dem Betriebssystem gestartet. Durch die Eingabe eines Passwortes kann dann mithilfe der gleichen Software von jedem anderen Rechner aus auf diesen PC zugegriffen werden.

Der Fernwartungs-Typ Permanente Verbindung eignet sich vor allem bei Hilfesuchenden, die sich kaum mit IT auskennen – und die von der Mithilfe bei einer Ad-hoc-Verbindung möglicherweise überforder wären – oder bei Nutzern, die sich um die Wartung nicht kümmern möchten.

Hilfreich ist es dann vor allem, wenn eine Fernwartung bzw. ein remote Zugriff auch über die aktuelle Version eines gängigen Browser (Mozilla Firefox, Google Chrome, Windows Explorer, Windows Edge) erfolgen kann. Nicht immer ist eine Installation der Software auf beiden Computern erforderlich.

Anforderung Nr. 2 an Fernwartungs-Software: Mobiler Zugriff

Die Fernwartungs-Software immer in der Hosentasche

Da man nur schwer vorhersagen kann, wann ein Hilferuf eingeht ist es vor allem im privaten Umfeld wichtig, Fernwartungs-Programme auch als App auf Smartphone und Tablet nutzen zu können. Apps gibt es in der Regel für alle mobilen Betribessysteme wie Apple iOS, Google Android, BlackBerry OS, Android, Windows Phone und andere mehr. Diese funktionieren in der Regel genauso wie per Desktop-PC. Dabei gilt: Ein Fernzugriff per Smartphone ist in hohem Maße abhängig von der Qualität der Internetverbindung. Ein schlechtes Netzwerk oder ein schwaches WLAN machen die Fernwartung dann zu einem echten Geduldspiel. Eine schnelle Verbindung ist immer von Vorteil.

Manche Fernwartungs-Tools jedoch erkennen, wenn die Hilfe über mobile Geräte erfolgt. Um die zur Verfügung stehende Bandbreite möglichst effektiv einzusetzen helfen diese Programme aktiv mit, indem Sie beispielsweise Qualität und Auflösung von Bildern senken, oder gar das Hintergrundbild des Desktops nicht übertragen.

Anforderung Nr. 3 an Fernwartungs-Software: Hilfreiche Zusatzfunktionen

Über die reine Fernwartung hinaus gibt es noch eine Reihe von nützlichen Funktionen, die man Ihnen Fernwartungs-Software bietet. Anbei eine kleine Auswahl an Features, die uns besonders nützlich scheinen:

  • Integrierte Chatfunktion: Dann können Hilfesuchende und Helfer direkt miteinander kommunizieren und müssen nicht auf Drittprogramme in einem extra Fenster (Skype) oder einem andere Gerät (WhatsApp) ausweichen.
  • Funktion / Modul zum Dateiaustausch: Hier gilt das gleiche wie bei der integrierten Chatfunktion. Lassen sich Daten und Dateien im Fernwartungs-Tool hin- und herschieben, muss man nicht auf E-Mail oder Cloud-Speicher ausweichen.
  • Speichern der Sitzung als Video-Datei: In diesem Fall hat der Hilfesuchende bei erneutem Auftreten des Problems gleich eine individuelle Video-Anleitung zur Hand, mit der er das Problem dann alleine lösen kann.

Unsere Empfehlung: TeamViewer

„Das ansprechendste Gesamtpaket“ so das Fazit von Heise in einem Vergleichstest mehrerer Fernwartungs-Lösungen bietet TeamViewer. Denn diesem Tool gelingt der Spagat zwischen einfacher Bedienung und umfangreichen Features. Vor allem der Quick Support von TeamViewer ist hervorragend dazu geeignet, um auch bei Hilfesuchenden mit wenig IT-Kenntnissen ad-hoc-Verbindungen aufzubauen. Darüberhinaus ist TeamViewer für den privaten Gebrauch kostenlos. Für Unternehmen ist die TeamViewer Lizenz nicht kostenlos – allerdings beinhaltet die kostenpflichte Version auch mehr Funktionen. Unternehmen haben in die Regel die Möglichkeit, für sich und ihre Kunden kostenlose Testversion zu erhalten und diese auszuprobieren.

Auch im First Aid Kit, dem Erste-Hilfe-Paket bei Datenverlust und Windows-Problemen, ist der TeamViewer als Lösung für das Zugreifen und Steuern entfernter Computer enthalten. So kann auch bei unerfahrenen PC-Nutzern – die im Falle eines Windows-Crashs sicherlich nicht wüssten was jetzt zu tun ist – kompetent per Fernwartung geholfen werden. Ein Plus für Ihre Sicherheit!

Natürlich ist Team Viewer nicht die einzige Lösung und der einzige Anbieter für Remotehilfe. Anbei eine kleine Liste weiterer beliebter Fernwartungssoftware für Nutzer und Anwender sowie kleine Firmen und größere Unternehmen, für Microsoft PCs, MAC-Computer und Linux-Systeme – ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

  • Anydesk
  • Chrome Remote Desktop
  • Ammyy Admin
  • VNC / Real VNC / UltraVNC / ThinVNC
  • LogMeIn
  • Dameware