Digital Detox: 5 Tipps, wie die digitale „Entgiftung“ funktionieren kann

Smartphone und Handy sind unser ständiger Begleiter. Ob zu Hause während dem Essen, beim Einsteigen in die Straßenbahn oder im Auto an einer roten Ampel: Zu den unmöglichsten Zeiten müssen wir chatten, E-Mails checken oder (planlos?) im Netz surfen. Zwischen 50 und 100 Mal täglich entsperren und nutzen wir Smartphone und Tablet. Bei 8 Stunden Schlaf macht das zwischen 3 und 6 Mal pro Stunde! Das ist Dauerablenkung und Stress pur. Dieser ständige Umgang mit digitalen Medien ist bei vielen Menschen schon wie eine Sucht. Viele haben das erkannt und so erklärt sich auch der wachsende Trend zum Digital Detox – der digitalen Entgiftung.

Digital Detox ist der Versuch, die gemeinsame Zeit mit Smartphone, Handy und Tablet (bzw. mit digitalen Geräten und Medien insgesamt) soweit wie möglich zu begrenzen. Doch der Verzicht ist oft alles andere als einfach. Ein paar Tipps wie die digitale Entgiftung wirklich gelingen kann.

1. Für vieles, was Smartphones oder Tablets können, gibt es Alternativen

Eigentlich war das Handy ja mal fürs Telefonieren gedacht. Doch viele nutzen das Handy bzw. Smartphone als Wecker, Uhr, Taschenlampe oder gar als Kompass. Wer den Smartphone-Konsum reduzieren will, sollte sich deshalb eine Armbanduhr, einen richtigen Wecker etc. anschaffen. Denn gerade dann entfällt das Überprüfen der E-Mails bei jedem Blick auf die Zeit bzw. das Lesen der neuesten Posts auf Facebook kurz vor dem Zubettgehen oder beim Wecker ausstellen. Ein wertvoller erster Schritt, damit die digitale Entgiftung gelingt.

2. Push-Nachrichten beim Smartphone oder Tablet abstellen

Es passiert ständig: bei jeder E-Mail, jeder WhatsApp, jeder SMS, jedem neuen Status-Post auf Social Media und je nach Einstellung auch bei jedem Update der meisten anderen Apps; das Smartphone oder das Tablet blinkt, vibriert und leuchtet. Wer Push-Nachrichten abstellt, oder das Smartphone lautlos stellt, bekommt von alledem nichts mit – und erliegt folglich seltener am Tag der Versuchung, einen Blick zu riskieren.

3. Apps unterstützen Sie beim Digital Detox

Wer weniger Zeit im Leben mit dem Smartphone und Co. verbringen möchte, kann das kurioserweise auch mit Hilfe des Smartphones selber machen. So genannte Digital Detox Apps bzw. digital Detox Programme zeigen dem Nutzer am Ende jedes Tages, wie lange er das Gerät bediente und wie häufig der Bildschirm entsperrt wurde. So wird den meisten vermutlich erstmals richtig bewusst, wie viel Zeit uns das Smartphone jeden Tag „klaut“. Heutige „Zeitverschwendung dank Smartphone 185 Minuten“ … wer das täglich liest, ist sicherlich hoch motiviert, diesen Zustand schnell zu ändern. Denn bei ca. 3 Stunden pro Tag verliert man pro Woche fast einen ganzen Tag – und ist ganz schnell bei mehreren Monaten oder gar Jahren im Leben.

4. Digital freie Zonen und Zeiten schaffen

Digital freie Räume zu schaffen ist einer der wichtigsten Punkte, damit der Digital Detox gelingen kann. Kein Smartphone oder keine Erreichbarkeit per Smartphone nach 20:00 Abends, kein Tablet oder Laptop im Schlafzimmer, keine Nutzung von digitalen Medien am Esstisch oder beim Spielen mit den Kindern: Dies könnten zum Beispiel Regeln sein, die einfach einzuhalten sind. Ist das erst einmal geschafft, kann man die freien Räume und Zonen sukzessive ausweiten wie:

  • Kein Smartphone oder Tablet in der Mittagspause oder generell am Arbeitsplatz (auch nicht im Homeoffice)
  • wenig Internet oder besser komplett offline im Urlaub
  • Smartphone -Verzicht beim Einkauf im Supermarkt
  • Beim Restaurant-Besuch ist man nicht per Smartphone erreichbar
  • Kein Smartphone beim Spazieren gehen oder dem Besuch von Freunden und Bekannten

Wichtig bei den zuletzt genannten Punkten: Hier das eigene Smartphone oder Tablet einfach mal zu Hause lassen oder abschalten. Dafür kann man sich ja im Anschluss – oder zu bestimmten Zeiten – Zeit mit den digitalen Begleitern gönnen.

Hier käme sicher niemand auf die Idee, kurz eine WhatsApp zu schreiben oder E-Mails zu checken

5. Digital Detox: Hin und wieder Smartphone oder Tablet komplett ausschalten

Für alle, denen das zu schwer ist und die sich ohne Smartphone in der Hosen- bzw. Jackentasche unwohl fühlen, hier noch ein einfacher Trick, wie die digitale Ruhepause dennoch gelingen kann: Einfach das Smartphone nach jedem Gebrauch ausschalten. Dann wird der Aufwand mal eben kurz E-Mails zu lesen oder die Anzahl der Likes auf Facebook zu prüfen so hoch, dass wir vermutlich darauf verzichten. Und wem das im ersten Schritt zu viel ist, der kappt einfach nach jedem Gebrauch die Internetverbindung oder setzt sein Smartphone in den Flugmodus. Auch dann nehmen das Klingeln und Vibrieren ab und ein einfacher Blick auf das Display reicht eben nicht mehr aus um zu sehen, ob sich etwas Neues ereignet hat.

Wir wünschen Ihnen bei Ihrem Vorhaben und digital Detoxing gutes Gelingen! 😉