Was ist ein Cuesheet?

CuesheetEin Cuesheet ist eine simple ASCII-Textdatei, die all die Daten enthält, die in den TOC, also dem Inhaltsverzeichnis, übertragen werden sollen. Jeder CD-Recorder arbeitet intern mit einem solchen Cuesheet.

Grundsätzlich reicht jede Textverarbeitung bzw. jeder Text-Editor wie Notepad++, um ein Cuesheet herzustellen. Für jene, die allerdings keinerlei Lust verspüren, sich mit den Parametern für Pausen, Indizes und die verschiedenen Flags auseinanderzusetzen und diese in den Text hineinzupfriemeln, bieten verschiedene Recording-Anwendungen entweder unterschiedliche Menüpunkte oder (wie CDRWIN) einen integrierten grafischen Cuesheet-Editor, der aus einer Last für den Anwender mittlerweile eine Tugend für den ambitionierteren User gemacht hat.

Das Cuesheet Format auf dem PC, bestehend aus den sogenannten cue/bin Files, wurde von uns zusammen mit der Firma Goldenhawk entwickelt und ist mittlerweile ein Standard im Internet.

Goldenhawk TechologyWie wird ein Cuesheet erstellt?

Starten Sie einen normalen Texteditor (wie beispielsweise Notepad++) und geben Sie die entsprechenden Cuesheet-Befehle ein, angefangen mit der Spezifizierung der zu schreibenden Datei, dem sogenannten FILE-Befehl, der vor allen anderen Kommandos stehen muss (Ausnahme: der Catalog-und CDTEXTBefehle):

FILE – Der Dateibefehl:
Die erste Zeile Ihres Cuesheets beinhaltet alles, was die zu schreibende Datei (sprich: das Image) spezifiziert und sieht in der Theorie so aus:

FILE <Dateiname> <Dateitype>

In der Praxis wird dann daraus etwas, was ungefähr so aussieht:

FILE D:\AUDIO.WAV WAVE

– abhängig natürlich davon, wie Ihr Pfad und Ihr Dateiname aussieht. Arbeiten Sie mit langen Dateinamen, müssen Sie Pfad und Name in Anführungszeichen hüllen. Der Dateiname (audio.wav samt Pfadangabe) dient dazu, die zu brennende Datei überhaupt ausfindig zu machen, die Dateitype (Wave) muss angegeben werden, damit der Brenner weiß, welcher Gattung die Datei angehört. Folgenden Image-Typen sind erlaubt:

· BINARY (Intel Binary File, denn auch Datentracks können via DAO geschrieben werden)
· MOTOROLA (Motorola Binary File)
· AIFF (Dateiformat für den Austausch von Audiodaten)
· WAVE (Microsoft Sounddatei)

Wichtig ist, dass die Sounddateien mit 44,1 kHz gesamplet wurden und in 16 Bit Stereo vorliegen (auch die komprimierten). Ferner sollte man bei selbst erstellten Wave-Dateien (beispielsweise aus MIDI-Dateien oder vom Radio aufgenommenen) darauf achten, dass das Ende des Tracks mit dem Abschluss eines 2352 Byte großen Audiosektors harmoniert. Ansonsten muss eventuell noch freier Platz durch Nullen aufgefüllt werden – was zu unschönen Knacksern beim Abspielen führt.

Beispiele:

FILE D:\marsch\dudel1.wav WAVE (eine Microsoft Wavedatei im Verzeichnis d:\marsch)
FILE D:\leihgut\myles.mp3 MP3 (eine komprimierte MP3-Datei im Verzeichnis d:\leihgut)
FILE D:\racer.iso BINARY (ein Daten-Image auf Laufwerk D:)
FILE „D:\racer 111.iso“ BINARY (wie oben, nur als langer Dateiname geschrieben und mit Leerzeichen, deshalb mit Anführungszeichen versehen)

So weit, so gut, aber leider reicht das noch nicht. In einer neuen Zeile muss nun noch eine Tracknummer mittels des TRACK-Befehls für die Datei angegeben werden.

TRACK – Der Trackbefehl:
TRACK <Nummer> <Datentyp)
Hinweis: Datentyp ist nicht das gleiche wie Dateityp beim FILE-Befehl

Beispiel: TRACK 01 AUDIO

Welche Zahl der erste Track bekommt, ist egal, die folgenden müssen aber alle sequentiell folgenden Nummern erhalten, maximal 99 (wenn Sie also mit 95 beginnen und 14 Tracks brennen wollen, werden Sie Schwierigkeiten bekommen …). Der Datentyp ist etwas schwieriger zu bestimmen. Erlaubt sind Folgende:

· AUDIO (Musikdateien der unterstützten Formate Wave, AIFF und MP3 mit 2352 Byte/Sektor)
· CDG (Karaoke-CD-Tracks und CD+G mit 2448 Byte/Sektor)
· MODE1/2048 (CD-ROM mit 2048 Byte/Sektor, also der reine Nutzdatenbereich)
· MODE1/2336 (CD-ROM mit 2336 Byte/Sektor, also der RAW-Datenbereich)
· MODE2/2336 (CD-ROM/XA Form 2 mit 2336 Byte/Sektor, also der reine Nutzdatenbereich)
· MODE2/2352 (CD-ROM/XA Form 2 mit 2352 Byte/Sektor, also der RAW-Datenbereich)
· CDI/2336 (CD-I Form 2 mit 2336 Byte/Sektor, also der reine Nutzdatenbereich)
· CDI/2352 (CD-I Form 2 mit 2352 Byte/Sektor, also der RAW-Bereich)

Dummerweise halten sich die Recorder-Hersteller recht bedeckt, welche Sektoren-Typen ihre Geräte schreiben können – zumindest dem Endverbraucher gegenüber. Manche erlauben bei bestimmten Formaten nur Cooked-Sektoren (soll heißen: den reinen Nutzdatenbereich), andere nur RAW-Sektoren, wieder andere vermögen dies nur bei einer bestimmten Schreibtechnik wie ,Disc at Once‘. Aber zurück zu unserem Cuesheet, welches bis jetzt so aussieht:

FILE D:\marsch\dudel1.wav WAVE (Anmerkung: Der erste zu schreibende Track)
TRACK 01 AUDIO (Anmerkung: Spezifizierung des ersten Tracks)
(Den CATALOG-Befehl haben wir der Einfachheit halber ausgelassen.)

FLAG – Der Flagbefehl:
Wenn Sie wollen, können Sie nun einen oder mehrere Flags setzen, die immer hinter dem TRACK Befehl und vor einem PREGAP- oder INDEX-Kommando stehen müssen. Meistens sind Flags unerwünscht, aber falls nicht, werden sie so eingesetzt:

Beispiel: FLAGS DCP
FLAGS 4CH PRE

Im ersten Beispiel wird das Kopierschutz-Flag gesetzt, im zweiten der Vierkanalton- und der Preemphasis-Flag gleichzeitig. Aussehen würde das Cuesheet für den ersten Track dann beispielsweise so:

FILE D:\marsch\dudel1.wav WAVE (Anmerkung: Der erste zu schreibende Track)
TRACK 01 AUDIO (Anmerkung: Spezifizierung des ersten Tracks)
FLAGS PRE (Anmerkung: Preemphasis-Flag, ermöglicht eine Höhenanhebung des Songs)

PREGAP – Der Pausenbefehl:

Der PREGAP-Befehl legt die Länge der Pause vor einem Track fest – und zwar als Stille. Sie können diese Pausenlänge je nach Bedarf abändern. Die Regel sind Pausen zwischen 1 und 2 Sekunden, es kann aber auch mehr oder weniger sein. Falls Sie dieses Kommando nicht einfügen, werden keinerlei stille Pausen generiert – der Endpunkt des einen Tracks liegt dann am Beginn des nächsten. Die Angabe findet immer in Minuten, Sekunden und Frames statt, also MM:SS:FF. Den ersten Pregap (also die ‚Pause’ vor dem ersten Track) brauchen/dürfen Sie nicht angeben. Dieser wird standardmäßig eingefügt, da er Bestandteil der Vorgaben des Red Books ist. Wird trotzdem beim ersten Track ein PREGAP-Befehl eingefügt, wird diese Pause den so oder so vorhandenen 2 Sekunden hinzuaddiert – was einige CD-Player gehörig durcheinander bringen kann. Lassen Sie es also lieber.

Beispiel: PREGAP 00:02:00 (zwei Sekunden Pause vor dem Track)

Wenn die Pause vor einem Track keine Stille enthalten soll, sondern bereits Tondaten des folgenden Tracks, müssen Sie den INDEX-Befehl nutzen. Der PREGAP-Befehl ermöglicht nur Stille. Ferner können Sie nicht alternativ zwei INDEX-Befehle statt eines PREGAP-Befehls nehmen, auch wenn beim PREGAP-Befehl mit INDEX 00 und Index 01 gearbeitet wird, um eine Pause mit Stille einzufügen. Unser Cuesheet sieht mittlerweile so aus:

FILE D:\marsch\dudel1.wav WAVE (Anmerkung: Der erste zu schreibende Track)
TRACK 01 AUDIO (Anmerkung: Spezifizierung des ersten Tracks)
FLAGS PRE (Anmerkung: Preemphasis-Flag, ermöglicht eine Höhenanhebung dieses Songs)
INDEX 01 00:00:00 (Anmerkung: Ein PREGAP wird vor dem ersten Track nicht explizit gesetzt)
FILE D:\marsch\dudel2.wav WAVE (Anmerkung: Der zweite zu schreibende Track)
TRACK 02 AUDIO (Anmerkung: Spezifizierung des zweiten Tracks)
PREGAP 00:02:00 (Fügt eine Pause von 2 Sekunden Stille vor dem zweiten Track ein)
INDEX 01 00:00:00 (Anmerkung: Zum INDEX-Befehl kommen wir nun)

INDEX – Die Sprungmarke:
Der INDEX-Befehl legt mindestens die Startposition des Tracks fest (INDEX 01 00:00:00). Diese Form besitzt er bei jedem Track, da sich die Zeitposition immer in Relation zum dazugehörenden Track befindet – und die ist bei jedem Trackanfang nun einmal Null. Je nach Bedarf können Sie weitere Sprungmarken hinzufügen. Die Zeitangabe wird wie beim PREGAP-Befehl in Minuten (MM), Sekunden (SS) und Frames (FF) angegeben und bezieht sich immer nur auf den jeweiligen Track, nie auf die CD als Ganzes. Das heißt, dass ein gesetzter Index bei der Trackposition 05:00:12 rund 5 Minuten vom Startpunkt des Songs entfernt liegt, nicht aber 5 Minuten vom Beginn der CD. Sie können bis zu 99 Indize setzen, wobei nur Index 1 auch tatsächlich gesetzt werden muss, da er die Startposition des Tracks bestimmt. Ferner sind Indize, wie gesagt, immer Track-bezogen. Jeder neue Track beginnt also wieder mit Index 1 (beziehungsweise Index 0, wenn ein Pregap gesetzt wurde) und kann weitere 98 Indize enthalten.

Beispiel: INDEX 01 00:00:00; INDEX 02 01:12:00; INDEX 03 10:23:00 (vorausgesetzt, der Track ist überhaupt so lang)

Im Folgenden sehen Sie das (auf 3 Tracks beschränkte) ‚Rohformat’ einer DAO-Audiodisc mit jeweils zwei Sekunden Pause zwischen allen Tracks und unterschiedlichen Sprungmarken.

FILE H:\VARIOUS1.WAV WAVE
TRACK 01 AUDIO
INDEX 01 00:00:00
INDEX 02 04:02:00
FILE H:\VARIOUS2.WAV WAVE
TRACK 02 AUDIO
PREGAP 00:02:00
INDEX 01 00:00:00
INDEX 02 01:02:03
FILE H:\VARIOUS3.WAV WAVE
TRACK 03 AUDIO
PREGAP 00:02:00
INDEX 01 00:00:00
INDEX 02 07:00:00
INDEX 03 03:00:06

Eine Pause, die aus Tondaten des zugehörigen Tracks besteht, lässt sich ebenfalls mit Hilfe von Index 0 und Index 1 einrichten. Bei Livemusik beispielsweise lässt sich der Beginn des Tracks mit Index 0 kennzeichnen und der Beginn der ersten Musiktöne mit Index 1. Hier besteht dann die Pause aus Applaus und Publikumsgeräuschen, die dann hörbar sind, wenn der Laser vom vorhergehenden Track kommt, nicht aber, wenn man den Track direkt anwählt. Bedenken Sie, dass eine ‚stille’ Pause zwar ebenfalls mit Index 0 und Index 1 eingerichtet wird, der Befehl dafür aber PREGAP lautet. Hier wird dem Beginn des Songs Stille vorangestellt und dem Track selber hinzuaddiert. (Ferner gilt es zu bedenken, dass einige CD-Player bei Pausen unsinnigerweise automatisch auf stumm schalten – selbst wenn diese nicht ‚still’ sind.) Das Cuesheet sollte folgendermaßen aussehen:

FILE H:\VARIOUS1.WAV WAVE
TRACK 01 AUDIO
INDEX 00 00:00:00
INDEX 01 00:02:00
FILE H:\VARIOUS2.WAV WAVE
TRACK 02 AUDIO
INDEX 00 00:00:00
INDEX 01 00:04:00
FILE H:\VARIOUS3.WAV WAVE
TRACK 03 AUDIO
INDEX 00 00:00:00
INDEX 01 00:01:00

Beispiele

1. Beispiel: Audio-CD
Angenommen, Sie haben eine sehr große Wavedatei auf Festplatte vorliegen, wie es bei klassischen Aufnahmen oder einem Livemitschnitt oftmals der Fall ist. Um diese Mammutdatei nun nicht zwangsläufig in einen Soundeditor laden zu müssen, der Ihnen dabei hilft, die Datei in handlichere Happen zu teilen, können Sie sie mittels des INDEX-Befehls gliedern. Laden Sie die Datei zunächst in Ihren Waveplayer und notieren Sie sich die anzuspringenden Musikpassagen, bzw. die Startpunkte der einzelnen Songs. Diese fügen Sie dann ins Cuesheet ein.

Als Erstes finden Sie eine einfache Gliederung…

FILE H:\tracks\mb_live.wav WAVE
TRACK 01 AUDIO
INDEX 01 00:00:00
TRACK 02 AUDIO
INDEX 01 02:03:15
TRACK 03 AUDIO
INDEX 01 06:28:40
TRACK 04 AUDIO
INDEX 01 09:34:68

TRACK 19 AUDIO
INDEX 01 56:32:56

… und nachfolgend eingebaute, ‚tönende’ Pausen:

FILE H:\tracks\mb_live.wav WAVE
TRACK 01 AUDIO
INDEX 01 00:00:00
TRACK 02 AUDIO
INDEX 00 02:01:15
INDEX 01 02:03:15
TRACK 03 AUDIO
INDEX 00 06:25:40
INDEX 01 06:28:40

TRACK 19 AUDIO
INDEX 00 56:30:00

2. Beispiel: Sie haben mehrere Songs von verschiedenen Audio-CDs auf Festplatte kopiert und wollen diese nun auf einer eigenen Audio-CD verewigen. Auf Pausen stehen Sie nicht, sondern Sie wollen einen schnellen Wechsel. Ihr Cuesheet sollte ähnlich wie dieses aussehen:

FILE H:\sampler\track01.wav WAVE
TRACK 01 AUDIO
INDEX 01 00:00:00
FILE H:\sampler\track02.mp3 WAVE
TRACK 02 AUDIO
INDEX 01 00:00:00

FILE H:\sampler\track14.wav WAVE
TRACK 14 AUDIO
INDEX 01 00:00:00

Natürlich sind Sie nicht darauf angewiesen, von Audio-CDs extrahierte Tracks zu nehmen. Genauso gut können Sie von Schallplatte, Kassette oder Radio aufgenommene Wavedateien nutzen. Sie sollten aber darauf achten, dass eine Sounddatei das exakte Vielfache eines Audio-Sektors (2352 Byte) aufweist. Ist dies nicht der Fall, wird eventuell freier Platz in einem Sektor mit Nullen aufgefüllt – was sich sehr unschön anhören kann, wenn zwischen zwei Tracks ohne Pausen plötzlich ein feiner Knacks zu hören ist. Konsultieren Sie zu diesem Thema die Anleitung Ihres Soundeditors. Beachten Sie: Falls Sie den Catalog-Befehl und/oder den ISRC-Befehl verwenden möchten, dürfen Sie die Disc nicht im RAW-Modus schreiben.

Laden Sie nach getaner Arbeit das Cuesheet im CDRWIN-Programmmodul ‚Disc kopieren‘ und starten Sie den Schreibvorgang.

CDRWIN3. Beispiel: Disc at Once-Daten-CD (CD-ROM)

Nachdem Sie mit CDRWIN auf herkömmliche Weise ein Datenimage erstellt und auf Festplatte abgespeichert haben, erstellen Sie Ihr Cuesheet folgendermaßen:

FILE H:\isotrack\data.iso BINARY (Anmerkung: Der ISO-Datentrack)
TRACK 01 MODE1/2048 (Anmerkung: CD-ROM mit dem reinen Nutzdatenbereich)
INDEX 01 00:00:00
POSTGAP 00:02:00 (Anmerkung: Ein Postgap muss eingefügt werden!)
FILE …. (Anmerkung: Wenn noch mehr Datentracks aufgespielt werden sollen)
….

Bedenken Sie, dass einige CD-Recorder Daten-CDs unbedingt im so genannten RAW-Modus schreiben müssen, da sie nicht in der Lage sind, Cooked-Sektoren zu verarbeiten. Aus diesem Grund muss der RAW-Modus aktiviert werden. (Hinweis: Unter Umständen vermag Ihr Recorder nicht, im RAW-Modus zu arbeiten.)

Das Cuesheet für den RAW-Modus sollte so aussehen:

FILE H:\isotrack\data.iso BINARY (Anmerkung: Der ISO-Datentrack)
TRACK 01 MODE1/2352 (Anmerkung: CD-ROM Mode 1 RAW)
INDEX 01 00:00:00
POSTGAP 00:02:00 (Anmerkung: Ein Postgap muss eingefügt werden!)
FILE …. (Anmerkung: Wenn noch mehr Datentracks aufgespielt werden sollen)
….

Laden Sie nach getaner Arbeit das Cuesheet im CDRWIN-Programmmodul ‚Disc kopieren‘ und starten Sie den Schreibvorgang.

4. Beispiel: Mixed Mode CD
Eine Mixed-Mode-CD ist ähnlich wie eine CD-Extra eine Disc, auf der sich sowohl Audiodaten für einen CD-Player als auch Computerdaten in einem Extra-Track befinden. Der Unterschied zur CD-Extra liegt darin, dass die Mixed Mode eine Singlesession-CD ist und dass sich der Datentrack als erster Track auf der CD befindet, den Songs also vorgelagert ist. Diese Anordnung der Tracks ist nicht ganz ungefährlich, da HiFi-Anlagen manchmal recht empfindliche Gesellen sind – und ein CD-Player, der gerade einen Computertrack abspielt, weil er denkt, dies sei ein Audiotrack, kann damit wertvolle Teile der Musikanlage zerstören.Wenn Ihr Recorder allerdings nicht die ,Session at Once‘-Technik unterstützt, die zur Herstellung von CD-Extra notwendig ist, müssen Sie auf Mixed Mode zurück greifen, vorausgesetzt, Sie möchten eine Daten/Audio-Misch-CD erstellen. Auch Spiele-CDs sind zu einem großen Teil Mixed-Mode-CDs. Daten- und Audiotracks:

Erstellen Sie als Erstes wie bei der Daten-CD die Datensession als ISO-Image (siehe oben) und stellen danach die Wavedateien bereit. Liegen alle Tracks (Datentrack plus alle Audiotracks), fertigen Sie bitte das Cuesheet an, vergessen Sie aber nicht, dass nach einem Datentrack grundsätzlich ein Postgap und vor dem ersten Audiotrack ein Pregap angefügt werden muss. Die Gesamtdauer der Trennung zwischen dem Daten- und dem ersten Audiotrack sollte mindestens 3 Sekunden betragen und das Cuesheet ähnlich wie dieses aussehen:

FILE H:\isotrack\data.iso BINARY (Anmerkung: Der ISO-Datentrack muss der erste Track sein)
TRACK 01 MODE1/2048 (Anmerkung: CD-ROM mit dem reinen Nutzdatenbereich)
INDEX 01 00:00:00
POSTGAP 00:03:00 (Anmerkung: Ein Postgap muss eingefügt werden!)
FILE H:\tracks\audio01.WAV WAVE
TRACK 02 AUDIO
PREGAP 00:02:00 (Anmerkung: Ein Pregap von mindestens 1 Sekunde muss ebenfalls eingefügt
werden)
INDEX 01 00:00:00
FILE H:\tracks\audio02.WAV WAVE
TRACK 03 AUDIO
INDEX 01 00:00:00
FILE H:\tracks\audio03.WAV WAVE
TRACK 04 AUDIO
INDEX 01 00:00:00
….
Hinweis: Einige CD-Recorder können keine Tracks mit unterschiedlichen Blocklängen im ,Disc at Once‘-Modus schreiben (der Datentrack beherbergt Sektoren mit 2048 Byte, der Audiotrack Sektoren mit 2352 Byte). Deshalb müssen Sie für diese Geräte den RAW-Modus aktivieren (siehe die Hinweise zur Daten-CD). Bedenken Sie ferner, dass Sie im RAW-Modus weder den ISRC noch den MCN angeben können.
Streichen Sie also diese Befehle aus Ihrem Cuesheet, falls vorhanden. Auch CD-Text und CD+G lassen sich nicht als Mixed Mode erstellen.

5. Beispiel: CD-Text
CD-Text ist eine Erweiterung des Red Book, die es entsprechend ausgerüsteten Playern erlaubt, zusätzliche Informationen auf dem Display wiederzugeben, beispielsweise den Namen des Komponisten oder die einzelnen Tracktitel. Allerdings sind nicht sehr viele Recorder in der Lage CDText-Informationen zu brennen. Hinweis: Zum Erstellen der CD-Text-Informationen können Sie einen speziellen CD-Text-Editor
nutzen, der die Eingaben komfortabler macht. Solch ein Programm findet sich im Internet.

Das CD-Layout:
Gehen Sie vor wie gewohnt und stellen Sie die zu schreibenden Tracks bereit. Soll nach den Audiotracks noch eine Datenspur hinzugefügt werden, erstellen Sie diese im Vorfeld als ISO-Image.

Cuesheet erstellen:
Möchten Sie keinen CD-Text-Editor nutzen, tragen Sie die gewünschten Informationen direkt in das Cuesheet ein:

TITLE „Zappenduster Gang – Presskohle“
PERFORMER „Zappenduster Gang“
SONGWRITER „Lyrics by Zap Boy / Music by Zappenduster Gang“
FILE „H:\music\self\presskohlen polka.wav“ WAVE
TRACK 01 AUDIO
TITLE „Presskohlen Polka Part I“
INDEX 01 00:00:00
FILE „H:\music\self\brik01.wav“ WAVE
TITLE „Brick Hip Hop (Der Kohlenmann ist da)“
PREGAP 00:02:00

Beim Nutzen eines Editors speichern Sie bitte die CD-Text-Datei mit der Endung ,.cdt‘ ab. Für dieses Beispiel soll die Datei schlicht ‚Infos.cdt’ heißen und im Verzeichnis h:\cdtinfos untergebracht sein. Der dritte Schritt beim Erstellen einer CD-Text besteht nun darin, die eben angefertigte CD-Text-Datei mit den Informationen zur CD und den einzelnen Tracks in das vorhandene Cuesheet einzufügen. Angenommen, Ihr Cuesheet sieht folgendermaßen aus:

FILE H:\VARIOUS1.WAV WAVE
TRACK 01 AUDIO
INDEX 01 00:00:00
FILE H:\VARIOUS2.WAV WAVE
TRACK 02 AUDIO
PREGAP 00:02:00
INDEX 01 00:00:00
FILE H:\VARIOUS3.WAV WAVE
TRACK 03 AUDIO
PREGAP 00:02:00
INDEX 01 00:00:00

… dann müssen Sie nur eine einzige Zeile (CDTEXTFILE „H:\CDTINFOS\INFOS.CDT“) vor dem ersten Eintrag hinzufügen:

CDTEXTFILE „H:\CDTINFOS\INFOS.CDT“
FILE H:\VARIOUS1.WAV WAVE
TRACK 01 AUDIO
INDEX 01 00:00:00
FILE H:\VARIOUS2.WAV WAVE
TRACK 02 AUDIO
PREGAP 00:02:00
INDEX 01 00:00:00
FILE H:\VARIOUS3.WAV WAVE
TRACK 03 AUDIO
PREGAP 00:02:00
INDEX 01 00:00:00

6. Beispiel:  CD+G
CD+G war (und ist) eine der ersten Erweiterungen der Audio-CD. Bei diesen Discs werden Grafiken und/oder Texte in den Subkanälen untergebracht, die allerdings nur auf speziellen Playern wiedergegeben werden können. Während die ursprüngliche Verwendung der CD+G kaum noch Bedeutung besitzt, ist eine andere Variante – die Karaoke-CD – nach wie vor relativ beliebt – auf jeden Fall in Japan und schalldicht isolierten Partykellern. Aber wie auch immer, CDRWIN versetzt Sie in die Lage CD+G-Discs zu erstellen, beziehungsweise zu kopieren. Allerdings können Sie keine CD+G-Songs selbst erstellen. Dafür benötigt man spezielle Entwicklertools. Diese Tracks müssen also fertig vorliegen.

CD-Layout:
Beim Erstellen gehen Sie exakt so vor, wie beim Erstellen einer normalen Audio-CD. Das Cuesheet sieht folgendermaßen aus:

FILE „H:\singalong\jodel01.cdg“ BINARY
TRACK 01 CDG
INDEX 01 00:00:00
…..
Wie Sie sehen, unterscheidet sich der CD+G-Track nur dadurch von einer Wavedatei, dass er als Binary eingebunden wird. Alle anderen Cuesheet-Befehle können wie gewohnt angewendet werden. Der Schreibvorgang selber unterscheidet sich ebenfalls nicht von dem einer normalen Audio-CD, außer dass eine CD+G nicht im RAW-Modus geschrieben werden kann. Stellen Sie also sicher, dass diese
Option deaktiviert ist.



Bitte beachten Sie:
Wir empfehlen Ihnen zum Brennen von CDs und DVDs unsere Software CDRWIN. Diese können Sie in der aktuellen Version 10 derzeit kostenlos bei uns erhalten! Wenn Sie vorher noch Filme unwandeln wollen, empfehlen wir Ihnen unsere Software MyFormatConverter. Diese gibt es ebenfalls in einer kostenlosen Version. Auch zur Bildbearbeitung Ihrer Fotos haben wir übrigens mit Photomizer eine Software im Angebot!