Sicherheit im Netz für Senioren: 5 Regeln für den sicheren Umgang mit dem Internet

Noch immer gibt es in der Generation der Rentner und Rentnerinnen viele Offliner – Personen also, die mit der digitalen Welt noch nie in Berührung gekommen sind. Doch in der Altersgruppe der über 60-Jährigen ist gerade viel in Bewegung. Nach und nach holen die Senioren auf, werden digital und erobern soeben mal das Internet. Doch auch ältere Menschen starten erst einmal als „Internet-Neulinge“ und müssen diese Welt kennen lernen. Denn das Internet unterliegt anderen Spielregel und Alter und Erfahrung sind kein Schutz vor Betrügereien, Fallen und Abzocke. Und oftmals trifft es eben Internet-Neulinge wie Senioren, die dubiosen Spendenaufrufen, unrealistischen Angeboten Fake-News und betrügerischen Mails auf den Leim gehen. Kompetenz für digitale Medien, und sich sicher im Internet zu bewegen, muss man erlernen – in jedem Alter. Um dafür zu sorgen, dass auch Senioren uneingeschränkt Spaß im Netz haben, haben wir auf unserem Blog 5 Regeln für mehr Sicherheit im Internet zusammengetragen.

Sicherheit im Internet Regel Nr.1 : Komplexe Passwörter vergeben

Der wichtigste Rat gleich vorneweg: Auch wenn Sie sich den Vornamen des Haustieres, der Kinder oder Enkelkinder gut merken können, dies sind keine sicheren Passwörter. Ebenso sind es „password“, „123456“ oder „abc123“. Erstaunlicherweise werden aber solch einfach zu erratende Passwörter trotz Sensibilisierung immer noch online verwendet. Wer neu im Internet ist, ist hier noch unbedarft. Dabei ist die Sicherheitsregel für Passwörter ganz einfach. Diese benötigen:

  • wenigstens 12, besser noch mehr Zeichen
  • Groß- und Kleinbuchstaben
  • Zahlen
  • wenigstens ein Sonderzeichen
  • und im besten aller Fälle sind Buchstaben, Zahlen und Zeichen willkürlich gemischt

Und die Eselsbrücke dazu lautet: Man merke sich einen bestimmten Satz und nutze anschließend die Anfangsbuchstaben. Ein Beispiel: „Jeden Sonntag um 9 Uhr kaufe ich beim Bäcker 2 frische Baguettes für 2€  🙂 Und schon können Sie sich dieses Passwort sehr leicht merken: JSu9UkibB2fBf2€:)

Sicherheit für Senioren im Internet: Der Einkauf beim Bäcker dient als Eselsbrücke für ein komplexes Passwort
Betrachten Sie einfach dieses Bild und schon haben Sie die Eselsbrücke zu Ihrem komplexen Passwort.

Wichtig wäre natürlich auch für jeden Account im Internet ein anderes, individuelles Passwort zu vergeben. Da es, zugegeben, nicht einfach ist, sich mehrere solch komplexe Konstrukte zu merken, sind Passwort-Manager hier eine schlaue Lösung und auch von Experten empfohlen. Beim Einsatz dieser Programme, so die gute Nachricht, müssen Sie sich nur noch ein einziges Passwort, das so genannte „Master-Passwort“ merken. Den Rest speichert die Software oder App verschlüsselt ab.

Die Steganos Privacy Suite 21 ist hier eine bewährte Lösung. Diese können Leser dieses Beitrages exklusiv mit einem Top-Rabatt erhalten.

Sicherheit im Internet Regel Nr. 2: Persönliche Daten nur auf verschlüsselten Seiten preisgeben

Apropos verschlüsselt: Geben Sie persönliche Daten im Internet nur preis, wenn die Seite Ihre Daten verschlüsselt übermittelt. Verstärkt gilt dies vor allem dann, wenn Sie irgendwo online ein Konto eröffnen oder Ihre Adresse verraten.

Ob die Seite Ihre Daten verschlüsselt übermittelt, erkennen Sie

  • an dem „https“ (kein „http“, hier können unbeteiligte Dritte unter Umständen mitlesen)
  • und dem Schloss-Symbol in der Statusleiste.

Ist man im Zweifel, ob die dargestellte Seite sicher ist, lohnt auch ein Blick ins Impressum bzw. eine Überprüfung, ob eine Datenschutzerklärung vorhanden ist.

Mehrere Informationen, speziell zur Sicherheit von Websites finden Sie in diesem Blogbeitrag: Ist diese Website sicher? Ein paar Tipps und Tricks zum sicheren Surfen im Netz

Ist diese Webseite sicher? Achten Sie auf das S bei HTTPS

Sicherheit im Internet Regel Nr. 3: Regelmäßige Backups erstellen

Je älter das Betriebssystem, der Computer und die Hardware sind, desto anfälliger werden sie vor Störungen und einem Hardware-Defekt. Und vor allem Senioren, PC- und Internet-Neulinge starten ja oftmals mit einem gebrauchten Rechner bei dem in puncto Sicherheit nicht immer alles zum Besten ist.

Wer seinen Computer regelmäßig nutzt der weiß, dass es leider oftmals nur eine Frage der Zeit ist, wann die eigenen Daten von Gefahren wie Systemabsturz, Viren, Verschlüsselungstrojaner oder anderweitiger Malware bedroht werden. Deshalb schützen Sie mit dieser Sicherheitsregel das, was Ihnen am wichtigsten ist – Ihre persönlichen Daten und Ihr System. Mit etwas Disziplin erstellen Sie Backups manuell, aber auch hierfür gibt es Tools, die dies automatisch für Sie erledigen.

Für den Schadensfall vorbereitet

Es gibt Tools wie das First Aid Kit, die Ihnen bei der Datenrettung helfen, wenn Viren oder Trojaner gerade dabei sind, Schaden an Ihrem Computer anzurichten. Am besten ist es, dieses Tool – einen bootfähigen 16GB USB-Stick – sicherheitshalber in der Schreibtisch-Schublade zu haben, die wichtigsten Daten im Ernstfall aber gleichzeitig sicher verwahrt in der Cloud oder einer weiteren externen Festplatte zu wissen.

First Aid Kit für sicheres surfen im Netz

Sicherheit im Internet Regel Nr. 4: Nachdenken und Nachprüfen

  • Nur ein Klick (auf eine dubiose Seite) und Sie bekommen 100 Euro und ein Smartphone geschenkt!
  • Wer zuletzt einen Beitrag mit Gefällt mir markiert, gewinnt eine Reise die Karibik.
  • Sonderangebot: Sie überweisen sofort und bekommen ein neues E-Bike für unter 100 Euro.
  • Die Bank hatte ein IT-Problem und bittet Sie, sich kurz auf einer Probeseite anzumelden, um zu prüfen, ob bei Ihnen noch alles funktioniert. Oder sie bittet Sie gleich darum die Zugangsdaten per Mail zu schicken.
  • Sie müssen der armen Kim aus Thailand nur die Kosten für den Flug überweisen, dann kann Sie nach Deutschland reisen und kommt endlich an das riesige Erbe Ihrer Familie – an dem Sie dann angemessen beteiligt werden.

Diese Liste mit Betrugsversuchen ließe sich beliebig fortschreiben. Und oft sind es Internet-Neulinge, Senioren oder ältere Menschen, die hier ihr Gespür für Sicherheit verlässt und die Kontakt mit den Betrügern aufnehmen. Leider!

Dabei kommt man oftmals durch pures Nachdenken dahinter, dass all diese Betrügereien, die immer als eine Art Nachrichten gestaltet sind, sicher von einer Person stammen, die nichts Gutes im Schilde führt.

Und selbst im Falle einer gut gemachten Fake-E-Mail:

  • einer Bank (bei der man zufälligerweise Kunde ist)
  • Facebook (wo man tatsächlich einen Account hat)
  • E-Bay, Amazon oder Co.

genügt meist ein Blick auf die Homepage, eine kurze Suchanfrage auf Google, ein traditionelles Einloggen über die https-Seite oder ein kurzer Anruf bei der Support-Hotline, um echt von falsch zu unterscheiden. Hier gilt: Immer, wenn Ihnen etwas komisch vorkommt, sollten Sie diese Maßnahmen auch ergreifen!

Achtung 😉 Während Sie das lesen, wurden Sie übrigens beim Porno-Schauen gefilmt – und wenn Sie nicht bezahlen, wird das Video veröffentlicht.

Ja, auch diese Masche gibt es – und sie funktioniert. Im Normalfall sollten Sie diesen Link keinesfalls anklicken und noch viel weniger irgendetwas bezahlen. In diesem Fall führt der Link nur auf einen früheren Blogbeitrag auf unserer eigenen Seite, auf der wir diese dreiste Masche mit einer Schadsoftware etwas ausführlicher vorgestellt haben. 😉

Anbei deshalb noch der Link im Klartext: https://engelmann.com/de/sicherheit/dreiste-masche-schadsoftware-psixbot-filmt-nutzer-beim-porno-konsum/ sowie ein Screenshot davon, wo Sie landen werden.

Sicherheit im Internet Regel Nr. 5: Virenschutz installieren und aktuell halten

Diese Regel ist eigentlich selbstverständlich, wird aber leider nicht immer befolgt. Vor allem wenn das Internet noch komplett neu ist, werden die Gefahren nicht erkannt oder unterschätzt. Und wenn nach dem Kauf eines neuen PCs die meist vorab installierte Viren-Software ausläuft, wird die Lizenz nicht erneuert. Und der Schutz der Firewall ist leider nur ungenügend. Virenschutz ist in der Regel auf eine Jahr begrenzt – es gibt aber auch Lizenzen mit Schutz für 2 oder mehrere Jahre.

Dabei müssen Sie ja gar nicht die meist teure, neue Lizenz der vorinstallierten Virensoftware nutzen. Viele tun dies aus Bequemlichkeit. Meistens – nein, eigentlich immer – gibt es online irgendwo deutlich günstigere Angebote für eine Antiviren-Software, die Sie nutzen können. Man muss sie nur finden. Auch wir bieten unseren Kunden von Zeit zu Zeit im Preis reduzierte Antiviren-Software. Melden Sie sich einfach zu unserem Newsletter an und Sie bleiben hier auf dem Laufenden.

Fazit: Lebenserfahrung ersetzt Medienkompetenz für digitale Medien leider nicht

Erfahrene Internet-Nutzer sind vermutlich spätestens nach der zweiten Regel direkt zum Fazit gesprungen. Für sie ist das Thema Sicherheitsregeln im Internet schon in Fleisch und Blut übergegangen. Dennoch ist dieser Ratgeber für mehr Sicherheit im Internet für Senioren wichtig, da all die beschriebenen Fehler tagtäglich von vielen (vorwiegend älteren) Menschen gemacht werden – vor allem von denjenigen, für die das Internet Neuland ist und die sich der digitalen Welt ohne fremde Hilfe annähern müssen. Denn Lebenserfahrung und gesunder Menschenverstand allein sind noch keine Garantie dafür, im Umgang mit digitalen Medien automatisch kompetent zu sein. Medienkompetenz und sich sicher im Internet zu bewegen muss erlernt werden – von Jung und von Alt.