5G und die Zukunft des Mobilfunkstandards

Besitzer von älteren Handys wussten es vermutlich zuerst: Zur Mitte des Jahres begannen Mobilfunkanbieter und Netzbetreiber mit der Umrüstung des Mobilfunkstandards. Teilweise ist dieser so gut wie abgeschlossen (bei Telekom und Vodaphone), teilweise noch im Gange (Telefónica / O2- und E-Plus). Ende 2021, so der Plan, ist das alte 3G-Netz bei allen Netzbetreibern in Deutschland offline. Die frei werdenden Frequenzen werden dann genutzt, um die schnelleren Mobilfunkstandards 4G (LTE) und 5G noch besser zu machen.

Doch worin unterscheiden sich die einzelnen Standards, was ist das Besondere an 5G und wem gehört die Zukunft? In diesem Blogbeitrag geben wir Ihnen einen kurzen Überblick.

G steht für die Generation des Mobilfunkstandards

Seit der Versteigerung der 5G-Frequenzen befinden wir uns in der fünften Generation des Mobilfunkstandards.

  • Die Generationen 4 (LTE) und 5 werden aktuell ausgebaut.
  • Die Generation 2 (GSM, GPRS und Edge) und 3 (UMTS) werden sukzessive abgeschaltet, wobei 2G-Netze noch etwas länger erhalten bleiben, da nach deren Abschaltung Handys ohne Internetfunktion gar nicht mehr funktionieren würden.
  • Bereits außer Betrieb ist die erste Generation des Mobilfunkstandards, das analoge A-, B- und C-Netz.
  • An 6G, der Zukunft des Mobilfunkstandards, wird gerade geforscht (in Deutschland u.a. vom Fraunhofer Institut). Es könnte ab 2030 in Betrieb genommen werden.

Warum wird 3G abgestellt?

Der Zeitpunkt für das Ende von 3G ist kein Zufall. Aktuell rüsten Anbieter um auf den schnelleren Übertragungsstandard 5G. Dieser befindet sich nach wie vor im Aufbau. Dafür müssen Anbieter Ihre zahlreichen Antennen im Land umrüsten. Sie nutzen diese Gelegenheit also gleichzeitig, um vor Ort die Versorgung über 3G abzuschalten. Wie bereits erwähnt werden dabei die frei werden Frequenzen genutzt, um 4G und 5G besser zu machen.

Wie schnell sind die einzelnen Generationen?

Die Angaben zu den Geschwindigkeiten variieren, je nachdem wo man sich gerade informiert. Zahlen und Daten der einzelnen Anbieter unterscheiden sich und je nach Fachzeitschrift und Zeitpunkt der Veröffentlichung findet man andere Werte.

Grundlage dieser Übersicht ist eine Zusammenstellung der deutschen Verbraucherzentrale aus dem Sommer 2021.

Generation MobilfunkStandardMaximale Geschwindigkeit
2G (GSM)GPRS53,6 kbit/s
2G (GSM)EDGE256 kbit/s
3G (UMTS)UMTS384 kbit/s
3G (UMTS)HSPA42 Mbit/s
3G (UMTS)HSPA+7,2 Mbit/s
4G (LTE)LTE300 Mbit/s
4G (LTE)LET-Advanced1 Gbit/s
5G5G20 Gbit/s
Quelle: Deutsche Verbraucherzentrale

Natürlich sind 20 Gbit/s bei 5G nur von wenigen Anbietern und nur unter perfekten Rahmen-Bedingungen zu erreichen. Mit der Angabe „Maximale Geschwindigkeit“ zeigt diese Übersicht allerdings sehr schön, was technisch mit der jeweiligen Generation möglich ist.

Für 6G sind bis zu 400 Gbit/s im Gespräch, was ähnlich wie beim Sprung von 4G auf 5G einer Verzwanzigfachung der Geschwindigkeit entspräche.

Was macht die aktuelle Generation 5 so besonders?

5G ist extrem schnell. Auch wenn die 20 Gbit/s vermutlich nur im Labor erreicht werden, sind 5 bis 10 Gbit/s locker drin. Selbst für Hardcore-Gamer ist diese Geschwindigkeit mehr wie sie jemals (mobil) benötigen. Dafür ist 5G aber gar nicht gedacht. Möchte man die Welt weiter digitalisieren und vernetzen (Stichworte wären Augmented Reality, künstliche Intelligenz oder autonomes Fahren) ist die über 5G erreichbare Geschwindigkeit quasi eine Grundvoraussetzung für alles weitere. Ohne 5G blieben selbst fahrende Autos reine Zukunftsmusik.

Der Ausbau von 5G in Großstädten schreitet voran
5G ist die Voraussetzung für vieles: U.a. für künstliche Intelligenz, Augmented Reality und autonomes Fahren

Brauchen wir jetzt alle 5G-fähige Handys?

5G braucht spezielle Funk- und Antennen-Bauteile, das heißt der Standard funktioniert nicht auf allen Handys und längst nicht überall. Moderne Smartphones sollten 5G aber mittlerweile unterstützten. Selbst bei Einsteigermodellen ist es bei vielen Herstellern mittlerweile Standard. Es stellt sich dennoch die Frage, ob private Nutzer die hohe Geschwindigkeit von 5G wirklich benötigen. Wer mobil nicht mehrere 4K-Streams parallel laufen lässt, sollte auch mit 4G und dem LTE-Standard locker klarkommen.

Hinzu kommt, dass der Ausbau von 5G in Großstädten begann und voraussichtlich erst 2025 in Deutschland flächendeckend abgeschlossen sein wird. Man kann der fünften Generation jedoch zu gute halten, dass eine 5G-Funkzelle größere Bereiche abdecken kann wie z.B. 4G. So leistet 5G einen wichtigen Beitrag, um Funklöcher effektiv zu stopfen. Wer mit Hilfe von 5G aus einer “internetfreien Zone” entkommen kann, für den ist der neue Mobilfunkstandard natürlich ein Segen.