Wiederherstellungspunkte in Microsoft Windows – Fragen und Antworten

Im vergangenen Blogbeitrag haben wir Ihnen ein paar Tipps gegeben, was Sie tun können, wenn Ihr PC nicht mehr ordentlich herunterfährt. Einen Lösungsweg – nämlich das Ansteuern von Wiederherstellungspunkten – haben wir dabei bewusst knapp gehalten, da es über Wiederherstellungspunkte doch eine Menge zu erzählen gibt. Dies wollen wir nun in diesem Blogbeitrag nachholen und geben Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um Wiederherstellungspunkte in Microsoft Windows.

Was sind Wiederherstellungspunkte?

Wiederherstellungspunkte sind Kopien des gesamten Microsoft Windows Systems zu einem bestimmten Zeitpunkt. Sie ermöglichen es dem Nutzer, die System- und Konfigurationsdateien seines gesamten Betriebssystems in den Zustand zurückzuversetzen, den es hatte, als der Wiederherstellungspunkt erzeugt wurde. Bei diesem Vorgang können unter Umständen Systemdateien gelöscht- und Installationen rückgängig gemacht werden. Auf private Dateien wie Bilder, Dokumente, Musik, Videos etc. hat diese Art der Systemwiederherstellung keinen Einfluss.

Wann sollte man Wiederherstellungspunkte nutzen?

Wann immer Probleme mit Ihrem System auftreten, die Sie auf anderen Wegen nicht lösen können, bietet es sich an, einen Wiederherstellungspunkt zu nutzen. Das System wird dann auf eben den Zustand zurückversetzt, in dem es zu einem bestimmten Zeitpunkt (vor dem Auftauchen des besagten Problems) war. Wichtig ist folglich bei der Wahl des Wiederherstellungspunktes einen Zeitpunkt zu wählen, an dem Ihr Windows in Ordnung war. Es ist nichts gewonnen, ein defektes System auf einen früheren Zustand zu bringen, zu dem es bereits defekt war.

Häufig genutzt wird diese Funktion, wenn es im Rahmen eines Systemupdates Probleme gab und ein Update nicht oder nicht korrekt installiert werden konnte. Aber auch Viren oder fehlerhafte Software können ein möglicher Auslöser sein. Dann setzt man den PC einfach auf den Stand von vor ca. 1 bis 2 Wochen zurück und installiert das Update bzw. die Software erneut.

Wer erzeugt Wiederherstellungspunkte?

Für die Erzeugung von Widerherstellungspunkten gibt es zwei Möglichkeiten:

1. Sie erzeugen manuell einen Wiederherstellungspunkt.

Gründe dafür kann es mehrere geben wie z.B.

  • Ihr System läuft gerade tadellos und Sie hätten gerne eine Sicherheitskopie von diesem Systemstatus
  • Sie haben ein umfangreiches Update vor der Brust und möchten eine Fall-Back Option schaffen, zu der Sie im Notfall zurück können.

2.  Windows erzeugt automatisch einen Wiederherstellungspunkt.

Auch Windows erstellt von Zeit zu Zeit Wiederherstellungspunkte – löscht diese aber auch regelmäßig, sobald ein neuerer erstellt ist. Schließlich belegen Wiederherstellungspunkte freien Speicherplatz.

Wie erstelle ich manuell einen Wiederherstellungspunkt?

Es folgt eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung. Um einen Wiederherstellungspunkt zu erstellen gehen Sie wie folgt vor:

  • Öffnen Sie Ihre Systemsteuerung.
  • Klicken Sie System und Sicherheit.
  • Dann klicken Sie Sicherheit und Wartung.
  • Und zuletzt klicken Sie auf “Wiederherstellung”.
  • Jetzt haben Sie drei Optionen. Wählen Sie mit “Systemwiederherstellung konfigurieren” die dritte, um nun einen Wiederherstellungspunkt zu erstellen.
  • Klicken Sie im Reiter „Computerschutz” (erscheint in einem neuen Fenster) auf „Erstellen …“. Hinweis: Sollte „Erstellen” ausgegraut sein, wie im rechten Screenshot so wählen Sie zuerst Ihr Haupt-Laufwerk, gehen dann auf „Konfigurieren…” und setzen den Haken bei „Computerschutz aktivieren“ Klicken Sie anschließend auf ok. Spätestens jetzt können Sie über „Erstellen… ” einen Wiederherstellungspunkt erstellen.
Kleiner Umweg, sollte “Erweitert…” nicht auf Anhieb gehen und ausgegraut sein, müssen Sie zuerst über “Konfigurieren” den “Computerschutz aktivieren”
  • Geben Sie Ihrem Wiederherstellungspunkt einen Namen (Datum und Uhrzeit wird automatisch hinzugefügt).
  • Nach einem weiteren Klick auf „Erstellen” wird der Wiederherstellungspunkt erzeugt.

Wie setze ich mein System über einen Wiederherstellungspunkt zurück?

  • Um einen vorhandenen Wiederherstellungspunkt zu laden gehen Sie genauso vor wie in der vorherigen Frage „Wiederherstellungspunkt erstellen“ beschrieben.
  • Anstelle von Systemwiederherstellung konfigurieren klicken Sie dann aber auf die zweite Option „Systemwiederherstellung öffnen”.
  • Klicken Sie auf „weiter” und anschließend haben Sie auch schon die Wahl zwischen allen gespeicherten Wiederherstellungspunkten.
Überblick der Wiederherstellungspunkte
  • Den gewünschten Wiederherstellungspunkt wählen, „weiter” klicken, dann „Fertig stellen” und nochmals mit „Ja” bestätigen.

Die nun folgende Systemwiederherstellung kann nicht mehr unterbrochen werden. Nach einer gewissen Zeit ist diese jedoch abgeschlossen und Sie können Ihren Computer wieder nutzen.

Wiederherstellungspunkte erstellen und nutzen

Hinweis: Beide Schritt-für-Schritt-Anleitungen arbeiten mit Screenshots aus Windows 10, funktionieren für Windows 11 aber sehr ähnlich.

Was ist der Unterschied zu einer Neu-Installation

Bei einer Neuinstallation setzen Sie Ihren gesamten Computer neu auf. Sie machen alles platt und spielen das Betriebssystem erneut auf. Meist dauert dieser Vorgang zwischen 30 Minuten und einer Stunde. Dabei gehen sämtliche private und persönliche Daten (Bilder, Filme, Musik, Dokumente etc.) auf der entsprechenden Festplatte ebenso verloren wie bereits installierte Software oder Toolbars. Auch von Ihnen getroffene Einstellungen sind allesamt nicht mehr vorhanden. Zwar lassen sich mit Hilfe von Spezial-Tools wie z.B. den SecuPerts Rescue Stick, selbst nach dem Formatieren einer Festplatte oder einer Neuinstallation von Windows noch Daten finden und retten – im Normalfall sollten Sie vor jeder Neuinstallation all Ihre Daten aber zwingend sichern.

Wiederherstellungspunkte betreffen nur Ihr System. So wie das System an dem Tag aussah, als Sie den Wiederherstellungspunkt erzeugten; in genau diesen Zustand wird es zurückversetzt. Das kann dazu führen, dass kleinere Anpassungen die Sie in der Zwischenzeit am System vorgenommen haben verloren gehen. Auch Tools und Programme, die Sie zwischenzeitlich installiert hatten, können betroffen sein. Private Daten werden aber komplett ignoriert. Es ist dies in der Regel der einfachste Weg, ein unliebsames Windows-Problem zu beheben.

Und noch ein kleiner Tipp: Auch wenn Sie Ihre Daten für diese Art des Zurücksetzens nicht explizit sicher müssen…

Es ist nie verkehrt ein komplettes, tagesaktuelles Backup der eigenen Daten zu haben. Wiederherstellungspunkte könnten ein guter Anlass sein, sich hier einmal wieder zu vergewissern, ob das Backup noch auf dem aktuellen Stand ist.